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"Lieber absteigen, als einen Spieler bezahlen müssen"

Der Aufsteiger SV Kulmain führt die Bezirksliga mit makelloser Siegesserie an / Grundstein vor vielen Jahren gelegt

(ein Bericht von Dagmar Fuhrmann, Oberpfälzer Nachrichten)

Im Internet hagelt es auf den einschlägigen Seiten Glückwünsche für den SV Kulmain. Deren Kicker sonnen sich zur Zeit in der Rolle des Shooting-Stars der Fußball-Bezirksliga. Nach dem Aufstieg aus der Kreisliga kam nicht etwa das böse Erwachen. Im Gegenteil: Die Bilanz ist bis dato makellos, sechs Siege aus sechs Spielen weisen die Kulmainer vor.

"Tja, was ist da eigentlich passiert" sinniert Trainer Winfried Hübner auf die entsprechende Anfrage. "Eigentlich nichts", meint er spontan. Dann fallen ihm aber doch jede Menge Faktoren ein, die eine entscheidende Rolle für die Sieges-Serie spielen könnten. Und eigentlich ist aktuell tatsächlich nichts passiert, das wird im Gespräch mit ihm deutlich.

 "Der Grundstein wurde wohl schon vor vielen Jahren gelegt. Nämlich mit kontinuierlicher Aufbauarbeit. Ich ernte jetzt bloß die Früchte aus all den Jahren", gibt sich Hübner unspektakulär. Dann gerät er ins Schwärmen über die Harmonie, die den Ton in seinem Klub angibt. Zwischen Vorstand, Spielern und der Jugend herrsche Übereinstimmung.
Die Trainerarbeit teilt sich Hübner mit Dieter D'Zenit, der für die zweite Mannschaft verantwortlich zeichnet. Wobei das erklärte Ziel ist, dass die beiden Teams eine Einheit bleiben. Dienstags trainieren sie gemeinsam, Freitags gehen die beiden Mannschaften getrennte Wege.
So sehr der SV sportlich aufstrebt, so sehr orientiert er sich nach unten, wenn es um Neuzugänge geht. Wer beim SV Kulmain spielen will, soll dies aus Freude am Sport tun und nicht aus finanziellen Interessen, das macht Hübner sehr deutlich. "Lieber absteigen, als einen Spieler bezahlen", heißt die Vereinsphilosophie, die aufzugehen scheint.
Der Aufstieg in die Bezirksliga hat sich lange angekündigt. Kontinuierlich hat man sich in den letzten vier Jahren nach oben gearbeitet. Über den vierten, dritten und zweiten Platz, bis es heuer geklappt hat. Nun muss sich die Mannschaft neue Ziele setzen: "Ich möchte immer, dass es für die Spieler um etwas geht." Im Moment geht es um weitere zehn Punkte, die den bereits eingespielten 18 hinzugefügt werden sollen. "Dann sind wir gegen den Abstieg gefeit", sagt Hübner. Und dann? "Dann sehen wir weiter." Vielleicht in Richtung Aufstieg? "Vielleicht", spielt Hübner das Frage- und Antwortspiel mit. Selbstverständlich bleibt er bei aller Freude über die Erfolgsserie realistisch: "Auch Niederlagen werden uns nicht konsternieren, wir sind darauf gefasst." Tatsächlich sei es so, dass die wirklich schweren Gegner erst einmal bezwungen werden wollen. Es heiße daher, den Spielern klar zu machen, dass Niederlagen schneller passiert seien als es allen lieb sei.
Bisher habe man eben das Quäntchen Glück gehabt, das beispielsweise ein Torwart brauche. Angefeuert werden die jungen Spieler von einer kollektiven Begeisterung, die auch die rund 300 Zuschauer auf den Platz tragen. Hübner befürchtet beinahe, dass sich die Spieler übernehmen, weil sie sich davon anstecken lassen.
Das sportliche Geheimnis des Erfolges lässt sich Hübner nicht entlocken.