SV Kulmain ernennt Gerd Schönfelder zum Ehrenmitglied (24.03.2006)

Kulmain. (ak) Große Ehre für Gerd Schönfelder. Die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatgemeinde und die Ehrenmitgliedschaft beim Sportverein sind der offizielle Dank und tiefe Anerkennung für seine herausragenden Leistungen bei dem Paralympics 2006 in Turin und seiner großen Sportlerkarriere. Mit zwei Gold- und je einer Silber- und Bronzemedaille kehrte Gerd Schönfelder in seinen Heimatort zurück und ist damit der erfolgreichste Behindertensportler aller Zeiten. Einen würdigen Empfang boten ihm Fans, Sportkameraden, Freunde und seine Familie am Freitagabend. Die Gemeinde hatte zusammen mit dem SV Kulmain zu einem Ehrenempfang in den Kultursaal des Haus des Gastes eingeladen und die Erfolge von Gerd Schönfelder auf der Olympiapiste von Turin gefeiert.
„I gfrei mi ganz narrisch, dat`s alle kumma sat`s; des is ja da Wahnsinn“ waren Gerds erste Worte, als er von einer großen Menge gegen 19.45 Uhr im Scheinwerfer des OTV-Fernsehens am Foyer des Festsaals mit anhaltendem Beifall begrüßt wurde. Zuvor hatte sich eine kleine Schar von Freunden, SV-Sportkameraden und  seine Familie in seinem Wohnhaus in der Wunsiedeler Straße versammelt. Nach einem Glas Sekt und der ersten kleinen Begrüßungs- und Gratulationsrunde wartete die erste SV-Abordnung vor der Haustür, um ihn per Autokorso ins Haus des Gastes zu begleiten. Chauffiert wurde er mit einem nagelneuen Q 7 und nahm in der applaudierenden Menge die Glückwünsche von Freunden und GS-Fans am Eingang des Haus des Gastes in Empfang.

Rund 200 Gäste hatten sich im Kultursaal eingefunden, um ihm einen würdigen Empfang zu bereiten.

1. Bürgermeister Hans-Gerd Reindl unterstrich mit seiner seltenst getragenen Amtskette die Wertigkeit des Empfanges und begrüßte die Festgemeinde. Sein besonderer Gruß galt dem Skistar selbst und seiner Familie, dem Fanclub der Turin-Fahrer, Pfarrer Bernd Phillip und seinem Amtkollegen Günther Pöhlmann aus Mehlmeisel sowie den anwesenden Gemeinderäten.

Als erster trat SV-Vorstand Johannes Sollfrank ans Rednerpult. „Die Gerd-Show außer Rand und Band“ war sein Eröffnungssatz. „Vier Medaillen, jeweils eine in jeder alpinen Disziplin, perfekte Medienauftritte und das noch als Super-Hase (gezeigtes Aktfoto im ZDF)“ war sein uneingeschränktes Lob für Gold-Gerd, der mit Erfahrung, unbändigem Siegeswillen  mit „Feuer unter den Skiern“ Deutschland und den SV Kulmain in Turin bestens vertrat. „Gerds Worte `Vancouver ist eine schöne Stadt` gibt uns Hoffnung auch bei den Paralympics 2010 in Kanada mit ihm zu fiebern“, erklärte Sollfrank. Aufgrund seiner kometenhaften Sportkarriere, seinem sportlichen Engagement beim SV Kulmain ernannte er ihn zum Ehrenmitglied. Freier Eintritt zu allen Sportveranstaltungen, kein SV-Mitgliedsbeitrag und ein treuer SV-Fanclub waren seine Dreingaben.



Bild: Gerd ist Ehrenmitglied des SV Kulmain (v.l.n.r.: 2. Vorstand Michael Bodner, Gerd, 1. Vorstand Johannes Sollfrank)

„Wer ihn in Turin live erlebt hat, weiß, was ich mit seinem neuen Beinamen 'The Machine' meine“, verdeutlichte SV-Spartenleiter Wintersport Thomas Reger. Er berichtete kurz vom GS-Fanblock, der ihn eine Woche lang an der Piste und beim Feiern der Medaillen begleitete. „Zusammen haben wir das Österreich-Haus erobert. Gerd ist und bleibt stets einer von uns“, war sein kameradschaftliches Lob und Olympia-Resümee für den erfolgreichsten Handicapsportler alle Zeiten. Als Erinnerung übergab er ihm einen selbst zusammengestellten Bildband „Turin 2006“. „Damit Du beim nächsten mal nicht wieder sechs Fahrkarten an der ZDF-Torwand schießt“, war der spaßige Gruß seines Fußballkollegen Christian Griener der namens der SV-Kicker die Glückwünsche per Essens-Gutschein überreichte. Er hoffte, dass der Seniorenkader durch Gerd in der Frühlingsoffensive wieder verstärkt wird.



Bild: Erinnerungsgeschenk Bildband Torino 2006 (v.l.n.r.: stellv. Abt.leiter Wintersport Stephan Vetter, Gerd, Abt.leiter Wintersport Thomas Reger)

Für die Nachbargemeinde Mehlmeisel und als Chef von Gerds Trainingsstrecke Klausenlift gratulierte 1. Bürgermeister Günther Pöhlmann. „Er ist damit auch ein Mehlmeisler“, betonte er und zollte ihm hohen Respekt für seinen Fleiß, Einsatz und unbändigem Siegeswillen.  „Wir haben einen Tag dem Behindertensport gewidmet“, berichtete Pöhlmann. Den Erlös in Höhe von 500 Euro übergab er GS per Scheck, der für die Jugendarbeit im Verband Verwendung finden soll.



Bild: Scheck für den Nachwuchs des DBS (v.l.n.r.: 1. Bgm. Günter Pöhlmann aus Mehlmeisel, Gerd)

Als letzter trat 1. Bürgermeister Hans Gerd Reindl ans Rednerpult. „Du hast uns alle und ganz Deutschland nun schon zum fünften Mal während paralympischer Spiele begeistert.  Gerd  eroberte als freundlicher, erfolgreicher Sportsmann die Herzen der Fernsehzuschauer und hast Deine Heimatgemeinde immer hervorragend vertreten. Wir sind stolz auf dich“, versicherte Reindl. Im Gemeinderat wurde lange überlegt, wie man seine sportliche Laufbahn und die unzähligen Erfolge gebührend würdigen könne. Er erinnerte an Gerds olympischen Erfolge in Albertville 1992, Lillehammer 1994, Nagano 1998 und Salt Lake City 2002 sowie den vielen Welt- und Europacupsiegen. „Du holtest Gold in der Abfahrt und beim Riesenslalom, Silber im Super-G und Bronze im Slalom. Du  trugst bei jeder Fernsehsendung den Namen Deiner Heimatgemeinde Kulmain in die ganz Welt. Du hast Dich damit für unsere Gemeinde verdient gemacht. Nach Artikel 18 der Gemeindeordnung hat Dich deshalb der Gemeinderat einstimmig zum Ehrenbürger der Gemeinde Kulmain ernannt“, erklärte Reindl unter dem Beifall der Ehrungsgäste. Er überreichte ihm die Ernennungsurkunde und einen Korb voller Speisen, um die „trockene Pasta aus Italia“ vergessen zu lassen. Mit je einem Blumenstrauß dankte Reindl auch seiner Mutter Otti und Freundin Christina für deren Unterstützung und Verständnis.



Bild: Gerd ist Ehrenbürger von Kulmain (v.l.n.r.: Gerds Mutter Otti Schönfelder, 1. Bgm. Hans-Gerd-Reindl, Gerd, Freundin Christina Stock)

Im anschließend von der Stadtkapelle Kemnath musikalisch umrahmten geselligen Teil des Ehrenabends musste GS viele Hände schütteln.

Purbach-Wein, Freibier der Maisel- und Klosterbrauerei und bestens vorbereitete Happen der Wirtin Monika Östreicher bildeten den kulinarischen Rahmen des Ehrenabends. Als die Stadtkapelle ihre Instrumente einpackte, die Disco-Musik leiser gedreht wurde,  war es Gemeinderat Udo Gebhardt, der sein Knopfharmonie zu Hause holte und zu später Stunde dem jungen Ehrenbürger aufspielte.

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